Wer noch ein Buch sucht: Wilhelm Röpke: Jenseits von Angebot und Nachfrage. ISBN: 978-3-86950-036-2
RÖPKE (1957, Seite 32):
"....... Der Schwerpunkt der Entscheidungen und der Verantwortung verschiebt sich noch immer weiter von unten nach oben, vom einzelnen, von der Familie, von der kleinen überschaubaren Gruppe hinauf zu anonymen Zentren. Die Macht des Staates wächst ungebändigt weiter, aber, da starke Kräfte tätig sind, seine Struktur zu zersetzen und den Gemeingeist zu schwächen, ist zugleich immer weniger Verlaß darauf, daß Verwaltung und Gesetzgebung unbeirrbar im Dienste des Ganzen und seines langfristigen Nutzen stehen. Demagogie und Gruppenappetit machen die Politik zur Kunst , die Linie des geringsten Widerstandes und des im Augenblick Bequemsten zu finden, wenn nicht gar zur Technik, das "Geld der anderen" der eigenen Gruppe zuzuleiten.
Da nun aber ein solcher Saat, eine solche Gesetzgebung und eine solche Politik notwendigerweise am allgemeiner Achtung verlieren müssen und damit die Eigenschaft des moralisch Zwingenden einbüßen, nagen an ihnen in alarmierender Weise Mißachtung, Gesetzlosigkeit, Mangel an Opfersinn und Korruption in allen Graden und Formen. Die im Dienste des Staates, der Gesetzgebung und der Politik Stehenden bekommen die davon herrührende Einbuße ihres Ansehens zu spüren, was ihrer eigenen Fähigkeit des Widerstandes gegen die Kräfte der Zersetzung des Staates nicht förderlich sein kann, und so bewegen wir uns mehr und mehr in einem unheilvollen Kreis......."
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